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Ziele des Oratoriums




Geistige Grundlagen

Jedermann kann seinen Weg nur in der Wahrheit, nicht in der Lüge und auch nicht in der Unklarheit, finden. Da heute die Wahrheit mehr denn je vernebelt wird, kommt es in erster Linie darauf an, die Wahrheit über die Lage der Kirche zu erkennen, sie anzunehmen und danach zu handeln. Dies fällt vielfach schwer, da man mit liebgewordenen Vorstellungen brechen muß. Das Oratorium von der göttlichen Wahrheit sieht seine wichtigste Aufgabe deshalb darin, heute die Wahrheit zu verbreiten, die die Kirche immer gelehrt hat und an dieser Wahrheit die Erscheinungen des kirchlichen Lebens heute zu messen. Wer diese Klarheit nicht gewinnen will, wird in die Sünde durch Unterlassen fallen. Er wird aber auch je länger desto mehr die Orientierung verlieren und den geraden Weg verlassen. Die heilswichtige Wahrheit darf nicht ungeklärt stehen bleiben. Schließlich geht es um das Heil der Seelen.

Nüchternheit und Wachsamkeit in der Beobachtung der Zeit und der Zeichen, die Gott gewährt, sind Ausdruck der Wahrheitsliebe. Und wer in dieser Haltung die Zeit und die Kirche betrachtet, der wird heute zu der Einsicht kommen, daß die Endzeit bereits fortgeschritten ist und und daß die Ereignisse, die die Apokalypse des heiligen Johannes vorhergesagt hat, bereits in vieler Hinsicht eingetroffen sind. Daher ist mit einer großen Wirksamkeit der "Mächte und Gewalten" (Eph 6,12) zu rechnen. Umso mehr kommt es auf die Wahrheitsliebe an. Denn der Antichrist tritt, wie uns der heilige Paulus lehrt, "in satanischer Macht mit allerlei trügerischen Krafttaten, Zeichen und Wundern und mit allem sündhaften Trug auf bei denen, die verloren gehen. Denn sie haben die Liebe zur Wahrheit, die sie retten sollte, sich nicht zu eigen gemacht" (2 Thess 2,9f.).

Aus diesen Voraussetzungen ergibt sich die Idee des Oratoriums. Sie läßt sich in die drei Zielsetzungen, in die besondere geistige Grundlage und die besondere seelsorgliche Ausrichtung des Oratoriums gliedern. Die erste der drei Zielsetzungen ist die Verteidigung des römisch-katholischen Glaubens in Wort und Schrift. Die zweite Zielsetzung ist die Förderung des Priestertums (in einem weiten Sinne) für den Kampf in der Endzeit. Die dritte Zielsetzung ist die Ausübung der Seelsorge, wobei der Katechese eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Die besondere geistige Grundlage besteht im "Katechismus des Oratoriums", der einen Überblick der christlichen Glaubenslehre, die Sicht der Endzeit und der Lage der Kirche heute gewährt, und in der "Systematischen Wahrheitstheorie", die die Wahrheitsfrage in den philosophischen und theologischen Zusammenhang gestellt hat. Der Geist des Oratoriums hat sich im einzelnen ausgedrückt in den SAKA-INFORMATIONEN, die seit Dezember 1987 bis zu ihrer Einstellung im April 1996 als Zeitschrift des Oratoriums von der göttlichen Wahrheit herausgegeben wurden.

Die besondere seelsorgliche Ausrichtung besteht in der Zusammenarbeit von Klerikern und Laien, die im Hinblick auf die zu erwartenden Verfolgungen der Christen organisiert sein soll. Dabei soll eine Stärkung der Hierarchie des Priestertums erstrebt werden. Dies geschieht auch dadurch, daß Personen, die nicht die Priesterweihe anstreben, in die unteren Weihestufen aufgenommen werden können, wie es das Konzil von Trient vorgesehen hatte. Die seelsorgliche Ausrichtung wird bestärkt durch die Ausgabe des "Oratoriums-Wassers" sowie durch den Vertrieb des "Oratoriums-Pflanzen-Wassers", womit ein Dienst an der Gesundheit und an der Reinhaltung der Umwelt aufgenommen worden ist.

Das Oratorium von der göttlichen Wahrheit ist nicht ein Werk, das allein auf klugen menschlichen Voraussetzungen aufbaut. Vielmehr ist es in strengem Sinn ein Werk Gottes. Gott selbst will, daß das Oratorium dabei hilft, in dieser Zeit der Lüge und dem Irrtum einen Damm entgegenzusetzen, sodaß die katholische Wahrheit wieder weit zu leuchten vermag und die Kirche als die Stadt auf dem Berge wieder deutlicher sichtbar wird. Nur über den Leuchtturm der Wahrheit kann ja der Weg gefunden werden, der zu retten vermag.

Verteidigung des Glaubens

Die Verteidigung des Glaubens ist deshalb das höchste Anliegen des Oratoriums, weil der Glaube allein den Menschen vor der Hölle, in die er sonst unweigerlich fällt, zu retten vermag. Die eindeutige Aussage des Heilands vor seiner Himmelfahrt: "Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." (Mk 16,16) wird auf die vielfältigste Weise von Kirchenfürsten und Theologen zu unterlaufen gesucht. Demgegenüber gilt es festzuhalten: Glauben heißt, alles fest als wahr anzunehmen, was Gott uns geoffenbart hat. Der Glaube wird vermittelt durch die Kirche. Sie ist "die Säule und Grundfeste der Wahrheit" (1 Tim 3,15), sie ist heilig und untadelig, wenn sie auch Sünder umfaßt. In ihr wird die einzige Religion, die wirklich in der göttlichen Wahrheit steht, - nämlich die katholische Religion - gelebt und verkündet.

Das Vatikanische Konzil (1869/70) lehrte über den Glauben in unübertroffener Klarheit: "Da der Mensch von Gott, seinem Schöpfer und Herrn, ganz abhängig und der geschaffene Verstand der unerschaffenen Wahrheit völlig unterworfen ist, sind wir verpflichtet, dem offenbarenden Gott im Glauben vollen Gehorsamsdienst des Verstandes und des Willens zu leisten. Diesen Glauben, der der Anfang des menschlichen Heils ist, bekennt die Katholische Kirche als eine übernatürliche Tugend, durch die wir auf Antrieb und Beistand der Gnade Gottes glauben, daß das von Ihm Geoffenbarte wahr ist, nicht weil wir die innere Wahrheit der Dinge mit dem natürlichen Licht der Vernunft durchschauten, sondern auf die Autorität des offenbarenden Gottes selbst hin" (DS 3008).

Das "Zweite Vatikanische Konzil" (1962/65) hat dieser Aussage in der "Dogmatischen Konstitution über die Offenbarung" eine neue Auffassung im Sinne des Modernismus entgegengesetzt. Die zentrale Stelle lautet: "Dem offenbarenden Gott ist der 'Gehorsam des Glaubens' zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als Ganzer in Freiheit, indem er sich 'dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft' und seiner Offenbarung willig zustimmt" (Nr.5).

Der Hinweis auf die Wahrheit ist an dieser Stelle bewußt vermieden worden. Der bekämpfte, oben genannte, Text des Vatikanischen Konzils von 1869/70 wird nur mit der Aufforderung zum Gehorsam herangezogen. Die Ausrichtung des Glaubens auf die Wahrheit soll in Vergessenheit geraten. Statt dessen wird betont, der Glaube sei im Gehorsam Hingabe seiner selbst, was den Glauben auf eine Vertrauenshaltung reduziert. Wenn am Ende noch von der Zustimmung zur Offenbarung gesprochen wird, so hat das wenig zu bedeuten, da auch hier der Sinn verschoben ist, und es jetzt um die "Selbst-Offenbarung" Gottes geht.

Darin zeigt sich die Verleugnung der Wahrheit, die doch als grundlegende Wirklichkeit die Kirche trägt. Ohne dies kann der römische Ökumenismus nicht entwickelt werden, der alle Konfessionen und Religionen als gleichberechtigt (und damit als gleich wahr), unter der Führung Roms, zusammenzufassen sucht. Aus diesem Verhängnis für die Katholische Kirche ist die römisch-ökumenische Kirche hervorgegangen, die unter dem Anschein des Katholischen den katholischen Glauben und das katholische Gnadenleben zu zerstören sucht.

Es verwundert daher nicht, daß der Begriff des Glaubens in fast allen kirchlichen Bereichen im Sinne eines bloßen Vertrauens auf Gott oder die eigene Rettung oder als eines Wegs, der im Vertrauen zu gehen ist, verfälscht wird. Die Aufforderung zu glauben, um gerettet zu werden ist der Lehre und Verkündigung dieser Kirche unbekannt geworden. Ist aber der Glaubensbegriff unterhöhlt, dann kann man beliebig den Inhalt des Glaubens verfälschen oder als nebensächlich beiseite tun.

Der Glaube ist jedoch weder ein Weg, noch ein Vertrauen auf Gott, noch eine bloße Meinung, noch ein der Vernunft widersprechendes Bauen auf unsinnigen, von der Kirche erlassenen, Sätzen. Vielmehr ist der Glaube die Annahme des Lichts und damit die Befreiung von der Dunkelheit der Unwissenheit und der Sünde. Da die Wahrheit den Menschen stets befreit, ist der Glaube der intensivste Befreiungsvorgang, nämlich die Erlösung von der Herrschaft Satans, die Erhebung zu göttlicher Einsicht und zu göttlichem Leben.

Wie kann es angehen, daß die Christen heute nicht mehr zum Glauben in dem beschriebenen Sinne aufgefordert werden? Wie kann es angehen, daß der Inhalt des Glaubens nicht mehr gelehrt, sondern verfälscht und unkenntlich gemacht wird? Dies ist wieder nur aus dem Glauben heraus verständlich. Der Glaube führt zum höchsten Ziel des Menschen und zugleich zu seinem höchsten Glück. Es widerspricht der Vernunft, der Gerechtigkeit und der Liebe, jemand den Glauben zu nehmen oder seine Verbreitung zu hindern. Es kann letztlich nur der Neid der Dämonen sein, der den Kampf gegen den Glauben führt. Denn diese wissen, daß sie das Ziel des Glaubens wegen eigener Schuld nicht mehr erreichen können. Dann sollen die Menschen dieses Glück ebenfalls nicht erreichen und dazu noch unter ihre Herrschaft kommen.

In der Verteidigung des Glaubens kämpft das Oratorium daher nicht nur gegen pflichtvergessenen Bischöfe und Theologen, sondern gegen alle Sekten und Religionen, die den katholischen Glauben zu zerstören suchen. Ihnen gegenüber will es keine neue Lehre aufrichten, sondern allein den unveränderlichen katholischen Glaubensinhalt, wie er seit Christus und den Aposteln festliegt, verkünden und Betrug und Verführung zurückweisen.



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